
Lochblech Stahl: Qualität, Lochbild & Materialwahl
Andre Niebuhr
08.09.2026
Lochblech aus Stahl – auch als Lochplatte bezeichnet – gehört zu den vielseitigsten Halbzeugen im Bau- und Industrieeinsatz: von Geländerfüllungen über Filterelemente bis zu Trittstufen.
Drei Entscheidungen bestimmen die Auswahl: die Stahlqualität, das Lochbild und der Korrosionsschutz. DC01 lässt sich gut umformen, S235JR nimmt Lasten auf, DD11 liegt bei größeren Materialstärken dazwischen. Der Einsatzort entscheidet anschließend, ob unbeschichteter Stahl genügt oder ob verzinkter Stahl beziehungsweise Edelstahl nötig ist.
DC01, DD11 oder S235JR: Stahlqualität richtig wählen
Die Wahl der Stahlqualität entscheidet darüber, wie sich das Lochblech weiterverarbeiten lässt und wofür es geeignet ist.
DC01 (EN 10130): Kaltgewalzter Stahl mit sehr guter Umformbarkeit und hoher Oberflächenqualität. Geeignet für Biegen, Stanzen und anspruchsvollere Umformprozesse wie Tiefziehen – überall dort, wo das Lochblech nach dem Zuschnitt noch weiter geformt wird.
DD11 (EN 10111): Warmgewalzter Stahl für allgemeine Umform- und Konstruktionsanwendungen. Er wird bevorzugt bei größeren Materialstärken sowie für einfachere Umformprozesse wie Biegen oder Abkanten eingesetzt.
S235JR (EN 10025-2): Der klassische Baustahl für tragende Anwendungen. Wenn das Lochblech Lasten aufnehmen muss, etwa als Ersatz für Gitterroste oder als Trittfläche, ist S235JR in der Regel die richtige Wahl.
Lochbild und Lochflächenanteil: Was die Kennzahlen bedeuten
Neben der Stahlqualität bestimmt das Lochbild, wie sich das Blech verhält. Gängig sind versetzte Lochbilder mit 60°-Anordnung und quadratische Lochbilder mit 90°-Anordnung – je nachdem, ob Stabilität oder Durchlässigkeit im Vordergrund steht.
Maßgeblich sind drei Angaben: der Lochdurchmesser (Kennzahl C beziehungsweise R), die Teilung oder der Achsabstand der Löcher (Kennzahl T beziehungsweise U) und der prozentuale Lochflächenanteil. Ein Beispiel aus unserem Sortiment: C5 U7 steht für 5 mm Lochdurchmesser bei 7 mm Teilung. Den zugehörigen Lochflächenanteil finden Sie in derselben Zeile der Produkttabelle.
Ein höherer Lochflächenanteil bedeutet geringere mechanische Stabilität, gleichzeitig aber bessere Luftdurchlässigkeit und Filtrationsleistung. Wie diese Werte entstehen und worauf es bei der Fertigung ankommt, zeigt unser Beitrag zur Herstellung von Lochblechen.
Drinnen oder draußen: Wann reicht Stahl, wann brauchen Sie mehr?
Der Einsatzort entscheidet über den nötigen Korrosionsschutz. Wer hier falsch wählt, riskiert vorzeitigen Verschleiß – oder zahlt für eine Beständigkeit, die er nie braucht.
Unbeschichteter Stahl eignet sich für Innenbereiche und trockene Umgebungen, etwa in Maschinenverkleidungen oder im Innenausbau ohne Feuchtigkeitsbelastung.
Verzinkter Stahl ist die wirtschaftlichste Lösung, sobald das Lochblech im Außenbereich verbaut wird. Die Zinkschicht bietet zuverlässigen Korrosionsschutz bei geringem Aufpreis gegenüber unbeschichtetem Material.
Aluminium ist die Alternative, wenn Gewicht eine Rolle spielt. Es ist korrosionsbeständig und für Außenanwendungen geeignet, aber nicht für tragende Konstruktionen ausgelegt – die mechanische Festigkeit liegt deutlich unter der von Stahl.
Edelstahl ist gesetzt, sobald aggressive Medien im Spiel sind, etwa in der Lebensmittelindustrie oder bei chemischer Belastung. Werkstoff 1.4307 deckt die meisten Standardanforderungen ab. Werkstoff 1.4404 bietet durch seinen Molybdänanteil zusätzlichen Schutz gegen Lochfraßkorrosion und eignet sich für höher belastete industrielle Umgebungen.
RICHTWERT Trockener Innenbereich: unbeschichteter Stahl. Außenbereich mit Standardanforderung: verzinkter Stahl. Aggressive Medien oder Lebensmittelkontakt: Edelstahl 1.4307, bei höherer Korrosionsbelastung 1.4404.
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Anderes Material, gleiche Lochbilder:
- Lochblech Stahl verzinkt – für den Außenbereich, geringer Aufpreis gegenüber unbeschichtetem Stahl
- Lochblech Aluminium – wenn Gewicht zählt und keine tragende Funktion gefordert ist
- Lochblech Rostfreier Stahl (1.4307) – für Lebensmittelbereich und feuchte Umgebungen
- Lochblech Säurebeständiger Stahl (1.4404) – bei chemischer Belastung und Lochfraßgefahr
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Häufige Fragen zu Lochblechen aus Stahl
Welche Stahlqualität eignet sich für Lochbleche?
DC01 (EN 10130) ist kaltgewalzt und lässt sich gut biegen, stanzen und tiefziehen. DD11 (EN 10111) ist warmgewalzt und eignet sich für größere Materialstärken bei einfacheren Umformprozessen. S235JR (EN 10025-2) ist der klassische Baustahl und die richtige Wahl, wenn das Lochblech Lasten aufnehmen muss.
Was bedeutet der Lochflächenanteil bei Lochblechen?
Der Lochflächenanteil gibt in Prozent an, welcher Anteil der Blechfläche offen ist. Ein höherer Wert bedeutet bessere Luftdurchlässigkeit und Filtrationsleistung, aber geringere mechanische Stabilität. Bei Cronvall steht der Wert bei jeder Variante in der Produkttabelle.
Wann brauche ich verzinktes Lochblech statt unbeschichtetem Stahl?
Sobald das Lochblech im Außenbereich oder in feuchter Umgebung verbaut wird. Die Zinkschicht schützt zuverlässig vor Korrosion und kostet nur wenig mehr als unbeschichtetes Material. Im trockenen Innenbereich, etwa in Maschinenverkleidungen, genügt unbeschichteter Stahl.
Welches Lochblech eignet sich für den Lebensmittelbereich?
Bei Lebensmittelkontakt oder chemischer Belastung führt an Edelstahl kein Weg vorbei. Werkstoff 1.4307 deckt die meisten Standardanforderungen ab. Bei höherer Korrosionsbelastung bietet 1.4404 durch seinen Molybdänanteil zusätzlichen Schutz gegen Lochfraßkorrosion.
Was ist der Unterschied zwischen Lochblech und Lochplatte?
Technisch keiner. Beide Begriffe bezeichnen dasselbe Produkt: ein Blech mit regelmäßig angeordneten Löchern. Im Handel und in technischen Unterlagen ist „Lochblech" der gängigere Begriff.
Checkliste: Lochblech richtig auswählen
- Stahlqualität nach Weiterverarbeitung festlegen: DC01 für Umformung, DD11 bei größeren Materialstärken, S235JR für tragende Anwendungen.
- Lochbild nach Verwendungszweck wählen: versetzt 60° für Stabilität, quadratisch 90° für Durchlässigkeit.
- Lochflächenanteil als Abwägung zwischen Festigkeit und Durchlässigkeit nutzen – je höher der Anteil, desto durchlässiger und desto weniger stabil.
- Korrosionsschutz nach Einsatzort festlegen (siehe Richtwert oben).
- Variantennotation und Maße auf der Produktseite prüfen, bevor Sie bestellen.
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